— Osteoporose verstehen
Osteoporose:
Erkennen, bevor der erste Bruch kommt
Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt oft unbemerkt, bis ein Knochen bricht. In der Schweiz sind rund 400’000 Menschen betroffen. Die gute Nachricht: Früherkennung macht den Unterschied. Die Abklärung führen wir in Stans durch, für Patientinnen und Patienten aus Nidwalden, Obwalden, Uri und dem Raum Luzern.
— Osteoporose in der Schweiz
Wie verbreitet Sarkopenie ist
Wie viele Menschen in der Schweiz betroffen sind, unterschätzen die meisten.
400’000
Menschen in der Schweiz sind von Osteoporose betroffen
1 von 2
Frauen über 50 erleidet im Laufe des Lebens einen osteoporosebedingten Knochenbruch
1 von 5
Männern über 50 erleidet einen osteoporosebedingten Knochenbruch
— Das Krankheitsbild
Was passiert bei Osteoporose?
Knochen sind lebendiges Gewebe. Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau, danach setzt ein natürlicher Abbau ein. Bei Osteoporose gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance: Der Knochen verliert schneller an Substanz, als er neue aufbauen kann.
Die Folge: Die Knochen werden porös, verlieren an Stabilität und brechen leichter. Oft genügt schon ein leichter Sturz oder eine ungewöhnliche Belastung. In fortgeschrittenen Fällen können sogar Wirbelkörper ohne erkennbaren Anlass einbrechen.
Da der Knochenabbau keine Schmerzen verursacht, bleibt Osteoporose häufig jahrelang unentdeckt. Viele Betroffene erfahren erst durch einen Knochenbruch, dass ihre Knochendichte vermindert ist.
— Ursachen
Warum entsteht Osteoporose?
Verschiedene Faktoren können den natürlichen Knochenabbau beschleunigen.
Hormonelle Veränderungen
Der sinkende Östrogenspiegel nach der Menopause beschleunigt den Knochenabbau erheblich. Deshalb sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer.
Alter
Ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Knochendichte langsam ab. Ab 50 (Frauen) bzw. 60 (Männer) steigt das Risiko für osteoporosebedingte Frakturen deutlich an.
Medikamente
Langzeiteinnahme von Kortison (Glukokortikoide), Antihormontherapie bei Brust- oder Prostatakrebs und andere Medikamente können den Knochenabbau fördern.
Lebensstil und Ernährung
Bewegungsmangel, Rauchen, übermässiger Alkoholkonsum sowie Mangel an Kalzium und Vitamin D beeinflussen die Knochengesundheit negativ.
Genetische Veranlagung
Wenn Eltern oder Geschwister an Osteoporose leiden oder Fragilitätsfrakturen erlitten haben, ist das eigene Risiko erhöht.
Erkrankungen
Rheumatoide Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und chronische Nierenerkrankungen erhöhen das Osteoporose-Risiko.
— Warnsignale
Anzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
Osteoporose verursacht lange keine Beschwerden. Aber es gibt Hinweise, auf die Sie achten sollten.
Knochenbruch ohne schweren Sturz
Ein Bruch bei geringer Belastung, etwa beim Heben, Bücken oder leichten Stolpern, kann auf verminderte Knochendichte hinweisen.
Abnahme der Körpergrösse
Wenn Sie mehr als 4 cm kleiner geworden sind, können unbemerkte Wirbelkörperbrüche die Ursache sein.
Rundrücken (Kyphose)
Eine zunehmende Krümmung der oberen Wirbelsäule kann auf eingebrochene Wirbelkörper hindeuten.
Chronische Rückenschmerzen
Anhaltende Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, besonders nach dem Aufstehen, können ein Hinweis auf Wirbelkörperfrakturen sein.
Ergänzende Abklärung
Treffen einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zu, empfehlen wir eine Vertebrale Frakturanalyse.
Eine seitliche Aufnahme der Wirbelsäule während derselben Messung, die unbemerkte Wirbelkörperbrüche sichtbar macht.

— Früherkennung
Handeln, bevor der erste Bruch kommt
Die Knochendichtemessung (DEXA) gilt als Goldstandard, um Osteoporose frühzeitig und zuverlässig zu erkennen. Sie ist schmerzfrei und hat eine sehr geringe Strahlenbelastung.
Die Messung ist schmerzfrei, dauert nur 15 Minuten und die Strahlenbelastung ist minimal. Das Ergebnis zeigt, ob Ihre Knochendichte im normalen Bereich liegt oder ob Handlungsbedarf besteht.
Bei DexaLife bieten wir zusätzlich die 3D-DXA-Technologie an. Sie erstellt ein dreidimensionales Modell des oberen Oberschenkelknochens und macht kortikale Knochendichte, kortikale Dicke und Knochengeometrie sichtbar.
— Prävention
Was Sie selbst tun können
Mit einfachen Massnahmen können Sie Ihre Knochengesundheit stärken und das Fortschreiten einer Osteoporose verlangsamen.
Bewegung
Gezieltes Krafttraining und Sprungübungen aktivieren den Knochenaufbau. Regelmässige Bewegung stärkt zudem die Muskulatur und reduziert das Sturzrisiko.
→ Zum Bewegungsprogramm
Kalzium
1’000 mg Kalzium pro Tag werden empfohlen, ab 65 Jahren 1’000 bis 1’200 mg. Gute Quellen sind Milchprodukte, Nüsse, Samen, Tofu und dunkelgrünes Gemüse wie Federkohl und Spinat.
→ Kalziumzufuhr berechnen
Vitamin D
Vitamin D ist unerlässlich für die Kalziumaufnahme. Die Schweizer Fachgesellschaften empfehlen mindestens 800 I.E. pro Tag ab 60 Jahren; ärztlich begleitet sind höhere Dosen bis 2’000 I.E. gebräuchlich, besonders in den Wintermonaten. Wie viel für Sie sinnvoll ist, zeigt ein Blutwert.
Nicht rauchen
Rauchen beschleunigt den Knochenabbau und verschlechtert die Durchblutung des Knochengewebes.
Alkohol nur mit Mass
Übermässiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die Kalziumaufnahme und stört den Knochenstoffwechsel.
Ausreichend Proteine
Proteine sind entscheidend für den Erhalt von Muskelmasse und Knochensubstanz, besonders im Alter.
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— Bewegung als Therapie
Krafttraining – der stärkste Reiz für Ihre Knochen
Knochen ist lebendes Gewebe und passt sich an Belastung an. Gezieltes, progressiv gesteigertes Krafttraining setzt genau die Reize, die den Knochenaufbau anregen – deutlich wirksamer als reine Ausdaueraktivität.
Bei Osteopenie und Osteoporose ist Krafttraining die wirksamste Lebensstil-Massnahme: Hochintensives Kraft- und Impacttraining kann die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte erhalten oder steigern und die körperliche Funktion verbessern.⁶ Gewichttragende und kombinierte Trainingsformen erhöhen die Knochenmasse zusätzlich.⁷ ⁸
Ebenso wichtig ist der Schutz vor Stürzen: Krafttraining stärkt Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination und senkt so das Risiko für Stürze – die häufigste Ursache osteoporotischer Brüche. Bereits kurzes, gut dosiertes Training unter fachlicher Anleitung wirkt; bei bestehenden Wirbelkörperbrüchen wird es individuell angepasst.

— Osteosarkopenie
Knochen und Muskeln gehören zusammen
Osteoporose (schwächer werdende Knochen) und Sarkopenie (schwindende Muskulatur) treten im Alter häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig: Wenig Muskelkraft erhöht das Sturzrisiko, geschwächte Knochen das Frakturrisiko. Fachleute sprechen von Osteosarkopenie.
Deshalb lohnt es sich, beides zu betrachten: Die Knochendichtemessung zeigt die Knochenstärke, die Ganzkörperanalyse die Magermasse (Muskulatur). In Kombination erhalten Sie das vollständige Bild in einem einzigen Termin.
— Evidenz
Quellen & Literatur
1
Osteoporose — Informationen und Empfehlungen
Rheumaliga Schweiz
Broschüre, 14. Auflage 2022
Schweizer Patienteninformation
2
Empfehlungen 2025: Prävention, Diagnostik und Behandlung der Osteoporose
SVGO/ASCO — Schweizerische Vereinigung gegen Osteoporose
Meier C, Uebelhart B, Aubry-Rozier B, et al.
Schweizer Leitlinie
3
FRAX® — Fracture Risk Assessment Tool
Centre for Metabolic Bone Diseases, University of Sheffield, UK
WHO Collaborating Centre
Frakturrisiko
4
Assessment of fracture risk and its application to screening for postmenopausal osteoporosis
World Health Organization
WHO Technical Report Series 843, Geneva, 1994
T-Score Definition
5
Arthrose, Arthritis und Osteoporose — Monitoring-System Sucht und NCD
Bundesamt für Gesundheit (BAG) / Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan)
MonAM Indikator, aktualisiert 2024
Schweizer Epidemiologie
6
High-Intensity Resistance and Impact Training Improves Bone Mineral Density and Physical Function in Postmenopausal Women With Osteopenia and Osteoporosis: The LIFTMOR Randomized Controlled Trial
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Watson SL, Weeks BK, Weis LJ, Harding AT, Horan SA, Beck BR.
Randomisierte Studie (RCT)
7
Exercise for preventing and treating osteoporosis in postmenopausal women
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Howe TE, Shea B, Dawson LJ, et al.
Cochrane-Review
8
Impact of exercise modalities on bone health: a meta-analysis of aerobic, resistance, and combined training on bone mineral density in postmenopausal women
Arch Osteoporos. 2025;20(1):105
Hejazi K, Rahimi GRM, Hofmeister M.
Meta-Analyse
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